Pierogi mit Kraut- Pilzfüllung (ergibt ca. 60 Stck.)Nicht von der Menge abschrecken lassen – die Pierogi lassen sich super auf Vorrat herstellen und einfrieren (siehe Tipp)!
Zutaten für die Füllung
Zutaten für den Teig
Zubereitung der Füllung
Die getrockneten Pilze kurz abspülen, in eine Schüssel mit 50 ml heissem Wasser geben und etwa 20 Minuten quellen lassen. Anschliessend die Pilze herausnehmen, leicht ausdrücken und beiseitestellen. Das Einweichwasser unbedingt aufbewahren!
Den Weisskohl putzen und den Strunk entfernen. Den Kohl in feine Streifen hobeln. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Petersilie waschen, trocken tupfen und klein hacken.
Das Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebelwürfel, Knoblauch, Lorbeer, Rohrohrzucker und Piment oder Wacholder hineingeben und alles goldbraun anbraten. Den Kohl hinzufügen und kurz mit anschmoren. Danach mit dem Apfelessig und etwa 15 ml Wasser ablöschen. Bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel ca. 15 Minuten köcheln lassen. Die Pilze zusammen mit dem Pilzwasser hinzufügen und weitere 10 Minuten köcheln lassen.
Die Kohlmischung nun ohne Deckel so lange weiterköcheln, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer würzen, alles gut vermengen und anschliessend lauwarm abkühlen lassen.
Hinweis: Der Weisskohl, den ich hier in Griechenland bekomme, ist sehr zart und wird schnell weich. Es kann daher sein, dass Weisskohl in Deutschland etwas länger zum Garen braucht und möglicherweise mehr Flüssigkeit benötigt. Die Kochzeit kann sich entsprechend verlängern.
Zubereitung des Teigs
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und das heisse Wasser nach und nach hinzufügen. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Falls nötig etwas mehr Wasser hinzufügen.
Zu Beginn am besten einen Kochlöffel verwenden und erst dann mit den Händen weiterkneten, damit ihr euch nicht verbrüht. Es ist wirklich wichtig, sehr heisses (nicht kochendes!) Wasser zu verwenden, da der Teig dadurch besonders geschmeidig wird und sich besser kneten und ausrollen lässt. Wer eine Küchenmaschine hat, kann sie natürlich nutzen, aber ich persönlich mag es lieber, den Teig mit der Hand herzustellen – so bekommt man ein besseres Gefühl für die richtige Konsistenz.
Herstellen der Pierogi
Der fertige Pierogiteig sollte ausrollbar, aber nicht klebrig sein. Den Teig nun in vier gleich grosse Portionen teilen (so lässt es sich besser arbeiten) und gut mit Mehl bestäuben.
Die einzelnen Portionen entweder nacheinander durch eine Nudelmaschine walzen (Stufe 5–6) oder auf einer bemehlten Fläche dünn mit dem Nudelholz ausrollen. Die Nudelmaschine hat sich hier sehr bewährt, da man gleichmässige Platten erhält, die sich wunderbar ausstechen lassen.
Mit einem Ravioliausstecher oder einem Glas nun ca. 7 cm grosse Kreise ausstechen. Wer grössere Pierogi möchte, nimmt entsprechend grössere Ausstecher.
In die Mitte der Kreise 1–2 TL Füllung geben, zu Halbkreisen zusammenklappen und die Ränder gut mit den Fingern verschliessen!
Auch hier ist ein Ravioliausstecher sehr hilfreich, da man damit die Pierogi sauber füllen und hübsch verschliessen kann. Die fertigen Teiglinge nebeneinander auf ein leicht bemehltes Brett oder Blech legen.
Pierogi fertigstellen
Gesalzenes Wasser in einem grossen Topf zum Kochen bringen. Einen Teil der Pierogi nun einzeln hineingeben. Sobald die Pierogi im Kochwasser sind, die Hitze reduzieren und für etwa 3-5 Minuten simmern lassen. Wenn das Wasser zu stark kocht, können sie aufplatzen.
Steigen die Pierogi im Topf nach oben, sind sie in der Regel fertig, sollten aber noch kurz ziehen, bevor sie mit einer Schaumkelle herausgehoben werden. Die fertigen Pierogi nebeneinander auf einen grossen Teller legen und warmhalten.
Die Pierogi können nun entweder direkt mit Suppe serviert oder kurz in der Pfanne mit Zwiebeln angebraten werden. In Polen werden Pierogi zu Weihnachten traditionell mit Barszcz (roter Beete) Suppe serviert. Welche Speisen es ausserdem an diesem besonderen Abend gibt und wie so ein Weihnachtsfest in Polen zelebriert wird, könnt ihr in meinem Blogbeitrag Wigilia - Polnisch vegane Weihnachten genauer nachlesen.
Probiert auch unbedingt mein Ruskie Pierogi Rezept aus. Die Pierogi sind in diesem Fall mit Kartoffeln und Sojaquark gefüllt.
Alternativ zu Pierogi können auch Uszka hergestellt werden. Sie werden ebenfalls gerne als Einlage für Barszcz (Rote Beete Suppe) verwendet.
Die Füllung und der Teig sind identisch wie bei den Pierogi, nur die Form ist anders und erinnern ein wenig an Tortellini. Die genaue Übersetzung bedeutet Öhrchen und wenn man ehrlich ist, erinnern sie schon an eine kleine Ohrmuschel. Es gibt Uszka übrigens nicht nur in Polen, sondern auch in Belarus, der Ukraine und Russland.
Tipp von mir und der Diva:
Wer die Pierogi oder Uszka einfrieren möchte, tut dies am besten im ungekochten Zustand. Die befüllten Teigtäschen dazu nebeneinander auf ein leicht bemehltes Blech legen und für etwa 15 Minuten ins Gefrierfach geben. Anschliessend vom Blech nehmen (sie sollten jetzt etwas fester sein) und in Gefrierbeutel oder -behälter füllen. So lassen sich die Teigtaschen problemlos einfrieren, ohne dass sie aneinander kleben. Bei Bedarf können sie dann im gefrorenen Zustand einzeln in kochendes Wasser gegeben und genau wie oben beschrieben gegart werden.
Normalerweise wird für die Füllung Sauerkraut verwendet. Da ich hier leider nicht immer welches bekommen kann, habe ich meine Version mit nicht fermentiertem Kohl gemacht, die meiner Meinung nach doch recht gut gelungen ist.
Wie ich allerdings erfahren habe, ist die Herstellung von Sauerkraut gar nicht so schwer, daher habe ich nun meine ersten Versuche gestartet. Das Ergebnis werde ich zu gegebener Zeit hier auf dem Blog präsentieren.
Nachtrag: Mittlerweile stelle ich mein eigenes Sauerkraut her. Es ist glücklicherweise nicht sonderlich schwierig und schmeckt so, wie ich es aus Polen kenne. Das Rezept findet ihr hier.
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